Die Nachteile der 20/20 Regel

In meinem letzten Artikel habe ich die 20/20-Regel nach Joshua Fields Milburn vorgestellt.

Am Beispiel von Briefumschlägen, CD-Rohlingen und Keksformen habe ich verdeutlicht, dass wir uns fast alles, was wir irgendwann einmal brauchen, innerhalb von 20 Minuten für weniger als 20 Euro beschaffen können. Und zwar zu dem Zeitpunkt, an dem wir es wirklich brauchen.

Unsere Spindel mit den CD-Rohlingen können wir eigentlich ruhigen Gewissens ausmisten, wenn wir nur ein- oder zweimal im Jahr mal eine CD brennen. Im Fall der Fälle kaufen wir und einfach schnell eine neue Packung Rohlinge. Zehn Minuten Aufwand, dafür aber das ganze Jahr über weniger Gerümpel auf dem Schreibtisch.

Doch dieses Verfahren hat einen Haken: Wer keine netten Nachbarn oder Kollegen hat, bei denen er sich schnell mal einen Rohling oder einen Briefumschlag schnorren kann, der muss den im Einzelhandel besorgen. Viele Dinge, darunter gerade Kleinzeug fürs Büro, werden jedoch nicht einzeln, sondern nur in größeren Verpackungseinheiten angeboten. Wer einen Briefumschlag oder einen Rohling braucht, der muss gleich ein ganzes Paket mit zehn oder gar 25 Stück kaufen.

Ich würde lieber etwas mehr Geld für einen einzelnen Rohling bezahlen, als gleich zehn Stück davon kaufen zu müssen. Dann müsste ich mich nicht damit beschäftigen, wie ich die restlichen neun Rohlinge wieder loswerde.

Denn wie werde ich schnell und einfach neun Rohlinge oder 24 Briefumschläge wieder los?

Wegschmeißen ist natürlich eine Option. Aber nicht gerade nachhaltig.

An die Straße stellen und hoffen, dass sie jemand mitnimmt? Hier in der Stadt dank vieler Fußgänger zwar möglich. Aber wie hoch ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass bis zum nächsten Regen oder Sturm jemand vorbeikommt, der 24 Briefumschläge braucht? Wahrscheinlich werden die Dinger einfach nur nass und fliegen auf der Straße rum.

Bei den Nachbarn klingen und fragen, ob sie die Umschläge haben möchten? Käme vielleicht etwas sonderbar rüber, würde aber gehen. Und vielleicht haben sie ja sogar noch einen Umschlag über, wenn ich das nächste Mal einen benötige.

Bei ebay Kleinanzeigen als zu verschenken anbieten? Möglich bei Sachen über fünf Euro. Die Rohlinge würde vielleicht jemand nehmen. Aber wer fährt schon durch die halbe Stadt, um sich Briefumschläge schenken zu lassen, für die er im Supermarkt um die Ecke weniger als für ein Busticket zahlt?

Wirklich nachhaltig scheint die 20/20-Regel bei solchem Kleinkram nicht zu sein. Oder fällt dir etwas ein, was du mit den restlichen Briefumschlägen oder CD-Rohlingen machen würdest?

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