wenig haben vs. brauchen vs. wollen

Viele Minimalisten sind nicht nur daran zu erkennen, dass sie ständig über Minimalismus, Konsumverzicht und Nachhaltigkeit sprechen, schreiben und diskutieren möchten. Unsere minimalistische Lebensweise zeigt sich besonders deutlich darin, dass wir weniger besitzen als der Durchschnitt.

Wenig haben ist äußerlich. Beim Besuch einer fremden Wohnung erkennen wir schnell, ob die bewohnende Person viel oder wenig Dinge besitzt. Wenig Krempel zu haben ist relativ einfach. Wir misten einfach alles aus, was wir nicht brauchen. Schon haben wir weniger. Vielleicht ändert sich beim Ausmisten unser Maßstab und wir erkennen, dass wir danach immer noch zu viel haben. Also misten wir weiter aus. Wobei uns deutlich wird, dass wir viel weniger brauchen, als wir am Anfang gedacht haben.

Wenig brauchen ist eigentlich ganz einfach. Für ein angenehmes Leben brauchen wir nicht viel. Gutes Essen, ein Dach über den Kopf, passende Klamotten, ein paar ausgewählte, nette Mitmenschen und sinnvolle Tätigkeiten zum Zeitvertreib. Wenn da nicht das Wollen wäre.

Denn wenig wollen ist eine Art zu denken. Eine Einstellung. Die fast schon im Kontrast zu unserer Gesellschaft steht. Wenig zu wollen bedeutet ein konstantes Lossagen von Versuchungen und Werbeversprechen. Zu erkennen, dass wir wenig brauchen, obwohl uns der Handel vom Gegenteil überzeugen will. Mit uns selbst im Reinen zu sein und nicht mit all denen mithalten zu wollen oder zu müssen, die sich ihre Bedürfnisse diktieren lassen.

Wenig wollen hat auch immer etwas mit der Auswahl der Alternativen zu tun. Dabei geht es nicht um die Wahl zwischen dem lotterigen Jutesack und dem neuen Designershirt. Sondern eher darum, unsere Zeit und unser Umfeld nach unseren Wünschen zu gestalten. Uns zu fragen, warum wir nicht den neuesten Trends hinterherlaufen müssen. Was wir stattdessen lieber tun. Worauf wir verzichten können, um etwas anderes mit Begeisterung und stundenlang zu tun. Was unsere Ziele sind.

Was bedeutet es für dich, wenig zu wollen? Assoziierst du damit eher Faulenzerei und Unproduktivität oder Priorisierung und Fokus.

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